Infoveranstaltung zu Frontex und Eurosur

Termin am: 

Freitag, 28. November 2014 - 18:00 bis 20:00

Ereignis: 

  • Infoveranstaltung

Am 28. November findet die dritte Veranstaltung der Reihe "Grenzen.Lose.Perspektiven." des Arbeitskreis Antirassismus Magdeburg statt. Die Veranstaltung zu Frontex und Eurosur beginnt um 18:00 Uhr und findet im Vortragssaal der Unibibliothek statt.

Matthias Monroy wird über den Zusammenhang der EU-Flüchtlingspolitik, der Grenzüberwachung, die durch die EU-Grenzpolizei FRONTEX und das Überwachungssystem EUROSUR gerade perfektioniert wird, und den unzähligen toten Flüchtlingen an den Außengrenzen der Europäischen Union aufklären. Es soll den Zuhörer_innen ein Einblick in das paradoxe Zusammenspiel von innerer Reise- und Bewegungsfreiheit in der EU und dem Schließen der Grenzen nach außen vermittelt werden. Da letztere eine logische Konsequenz aus der ersteren ist, stellt sich die Frage, wie diese aktuelle Situation zu verändern oder aufzulösen ist, um eine Flüchtlingspolitik zu erreichen, die den angeblich humanitäre Werten Europas gerecht werden kann.

Im folgenden findet Ihr den Ankündigungstext zu der Veranstaltungsreihe "Grenzen.Lose.Perspektiven.".

„Ich war nicht geboren, hatte keine Seemannskarte, konnte nie im Leben einen Pass bekommen, und jeder konnte mit mir machen, was er wollte, denn ich war ja niemand, war offiziell gar nicht auf der Welt, konnte infolgedessen auch nicht vermisst werden.“

 

Was der Autor B. Traven in seinem Roman "Das Totenschiff" aus dem Jahr 1926 verarbeitete, ist auch heutzutage noch brandaktuell. Wer keinen oder nicht den "richtigen" Pass besitzt, stößt an Grenzen, die zumeist im Laufe der Geschichte willkürlich gezogen oder durch Kriege gesetzt wurden. Auch die "Durchlässigkeit" der Grenzen wird durch Menschen bestimmt. Während sie für privilegierte - zumeist weiße - Europäer_innen scheinbar unsichtbar sind und andere Kontinente einfach zu passieren sind, bedeuten Grenzen für Menschen auf der Flucht häufig den Tod. Doch selbst wenn Geflüchtete das nahezu unmögliche vollbracht und diese (un-)sichtbaren Zäune überwunden haben, werden für sie innerhalb des Landes neue, spezielle Hürden errichtet. Um diesem unerträglichen Zustand entgegenzutreten, möchten wir mit unserer Veranstaltungsreihe die vorhandenen Grenzen aufzeigen. Wir wollen Expert_innen und interessierte Personen, die sich mit den verschiedenen Problematiken auseinandergesetzt haben, und vor allem Geflüchtete als betroffener Personenkreis, zusammenbringen und gemeinsam schrankenlose Perspektiven für eine grenzenlose Welt zu erarbeiten.

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