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SUMMARY:Vera Bianchi: Der Syndikalistische Frauenbund
DESCRIPTION:\n\n\nVortrag und Diskussion\n\n—10.05.2026 | 17 Uhr | Stadtt
 eilladen\, Maxim-Gorki-Straße 40\, Kostenlos—\n\n1920 gründeten Mitgli
 eder der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft FAUD (Freie Arbeiter-Union 
 Deutschlands) eine Frauengruppe: den Syndikalistischen Frauenbund (SFB). D
 ie Gruppe war nach heutigen Maßstäben eine anarchafeministische Gruppe\,
  nannte sich jedoch nicht feministisch\, da dies zu Beginn des 20. Jahrhun
 derts nur mit der bürgerlichen Frauenbewegung und dem Kampf für das Frau
 enwahlrecht konnotiert war – also nichts\, wofür Anarchosyndikalistinne
 n kämpften.\n\nUnter den Gründerinnen des SFB waren Aimée Köster (geb.
  1869\, Todesdatum unbekannt) in Dresden sowie Milly Witkop-Rocker (1877
 –1955) und Hertha Barwich (Lebensdaten unbekannt) in Berlin. Der dritte 
 regionale Schwerpunkt des SFB war das Rhein-Ruhr-Gebiet\, wo Franziska Kri
 scher (Lebensdaten unbekannt) und Traudchen Caspers (Lebensdaten unbekannt
 ) aktiv waren. Aimée Köster gab bereits seit 1919 eine sozialistische Fr
 auenzeitschrift heraus: „Die Schaffende Frau“. Milly Witkop-Rocker und
  Hertha Barwich waren an der Gründung der FAUD beteiligt\, ebenso wie an 
 derjenigen der Berliner Ortsgruppen des SFB\, und Franziska Krischer kämp
 fte im FAUD-Organ „Der Syndikalist“ gegen sexistische Vorwürfe von Ge
 nossen\, die die Auflösung des SFB forderten.\n\nIn Milly Witkop-Rockers 
 Schrift „Was will der Syndikalistische Frauenbund?“ und der Satzung de
 s SFB Groß-Berlin werden als Ziele der Organisation genannt: „Überwind
 ung der kapitalistischen Staats- und Wirtschaftsordnung“ und die Abschaf
 fung von Militarismus und Krieg\, also Ziele\, die die Frauengruppe mit de
 r FAUD teilte. Darüber hinaus forderte der SFB „(n)icht Frauenrechte (
 …)\, sondern Menschenrechte“. Die Gruppe wollte sowohl Frauen für den
  Anarchosyndikalismus gewinnen als auch dafür sorgen\, dass deren Interes
 sen in der FAUD vertreten wurden.\n\nHausfrauen\, Dienstbotinnen und ander
 e im Haushalt Beschäftigte konnten sich an ihrem isolierten Arbeitsplatz 
 weder gewerkschaftlich vernetzen noch politisch austauschen\, aber auch ke
 in Selbstbewusstsein als AkteurInnen entwickeln. Dies wollte der SFB als d
 eren erste Interessenvertretung ändern\, stand aber auch bereits organisi
 erten Arbeiterinnen offen.\n\nMit der Methode der direkten Aktion wurde un
 mittelbar gegen Missstände gekämpft\, durch Veranstaltungen zur Geburten
 kontrolle mit Vorstellung empfängnisverhütender Mittel\, Demonstrationen
 \, Gegenseitige Hilfe im Alltag und gemeinsamer Bildung.\n\nVera Bianchi i
 st Historikerin und schreibt ihre Doktorarbeit über den Syndikalistischen
  Frauenbund in der Weimarer Republik und die Mujeres Libres (Freie Frauen)
  im Spanischen Bürgerkrieg.\n\n&nbsp\;\n\n\n\n\n
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