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Stellungnahme zu den faschistischen Ausschreitungen in Chemnitz

Am 26.8. und 27.8. 2018 gab es in Chemnitz pogromartige Krawalle hauptsächlich provoziert von faschistischen Führern, rechtsradikalen Hooligans und geduldet von Staat und Polizei.

Die Auseinandersetzungen begannen einem Tag nachdem der 35 jähriger deutsch-kubaner Daniel H. durch Messerstiche ums Leben kam. Sein Facebook-Profil zeigt, dass er tendenziell links und antifaschistisch eingestellt war. Mit den Faschisten die nun politisches Kapital aus seinem Tod schlagen wollen hatte er nichts zu tun.

Die Instrumentalisierung seines Todes folgt, bei aller Tragik des Geschehens, der Logik der faschistischen Führungskräfte. So wurden kurz nach den Ereignissen auf dem Chemnitzer Stadtfest Gerüchte laut das es in der Auseinandersetzung um die Belästigung von Frauen ging. Es ist dabei für uns unerheblich ob die mutmaßlichen Täter einen Migrationshintergrund haben oder nicht.

Hier wird Sexismus und patriarchale Gewalt gegen Frauen genutzt um rassistische Ideologien zu Verbreiten, dabei ist es bei Gewalt gegen Frauen völlig unerheblich welcher Ethnie der Mann angehört.

Bei der rassistischen Demonstration am Montag war zu sehen, wie Faschisten und Rassisten aus dem gesamten Bundesgebiet nach Chemnitz gefahren sind um sich an den geplanten Hetzjagden und Ausschreitungen zu beteiligen. Wir wollen dies betonen weil wir mit der Hetze die der ostdeutschen Bevölkerung nach diesen Angriffen wiedereinmal entgegen schlägt brechen wollen. Es stimmt das sich viele ChemnitzerInnen an der Demonstration beteiligt haben aber genauso wurde der Gegenprotest von mutigen Chemnitzer Menschen getragen und viel zu wenige haben sich aus verschiedenen Gründen nicht gegen die Faschisten gestellt.

Es liegt an uns allen, gemeinsam einen fortschrittlichen und freiheitlichen Gegenentwurf zu diesem kapitalistischen System aufzubauen der entgegengesetzt zur Logik der reichen AfD-Funktionäre und der anderen Kapitalisten liegt. Denn dies ist das wirkliche Problem, der Kampf zwischen Arm und Reich in dem wir gegeneinander Aufgehetzt werden, im Kampf um die Krümel die uns vor die Füße gelegt werden. Die Menschen welche vor wirtschaftlicher Armut, Krieg, Folter und Vertreibung aus ihre Heimat fliehen, werden von eben jenen Kriegstreibern und Profiteuren der Ausbeutung der „dritten Welt“, welche sie erst zur Flucht bewegt haben medial als das Problem dargestellt. Während wir immer wieder hören dass das Boot voll sei, werden durch Steuergelder Milliardenüberschüsse erzielt und deutsche Konzerne einen Rekordgewinn nach dem anderen einfahren, wird unserer Klasse jeden Tag mehr die Luft zum Atmen genommen und dabei ist es Unerheblich ob wir Mohammed oder Anna heißen, Sakine oder Heiko wir alle sind von ihrer Ausbeutung betroffen egal welcher ethnischen Gruppe wir angehören.

Gleichzeitig müssen wir aber Erkennen das sich die rassistische Ideologie immer weiter in unseren Nachbarschaften ausweitet und wir alle müssen sie gemeinsam mit ihren tödlichen Folgen bekämpfen und uns gegen sie wappnen. Wir können und konnten uns dabei noch nie, auf den Staat verlassen den dieser ist Teil des Problems, er stellt sicher das weiterhin Arm und Reich existiert und ist, wie der NSU es nur zu gut bewiesen hat, Teil der faschistischen Bewegung. Der Staat wird uns mit seinen neuen Polizeigesetzten einem Verfolgungsapparat aussetzten wie wir ihn seit dem Faschismus der Nationalsozialisten nicht mehr gesehen haben. Das bedeutet dass wir uns selbst organisieren und auf Augenhöhe begegnen müssen, uns gegenseitig unsere Ängste nehmen und im Dialog miteinander die sich zuspitzenden sozialen Konflikte lösen müssen. Parallel dazu gilt es sich gemeinsam gegen die rassistischen, faschistischen, sexistischen und staatlichen Angriffe zur Wehr zu setzten.

Wir wissen was 1933 geschah, wir haben gesehen was 1992 in Lichtenhagen passiert ist, wir wissen also was auf uns zukommt und wir dürfen es nicht zulassen.

 

Schulter an Schulter gegen den Faschismus

Klassenbewusstsein entwickeln!

Klassenkämpfe entfalten!

Proletarische Autonomie erkämpfen!

September Demo: Faschismus tötet damals wie heute! Organisiert den Antifaschisten Selbstschutz!!

SEPTEMBER -Demo

Am 09.05.1992 wurde Torsten Lamprecht bei einem Überfall von Faschisten erschlagen. Farid Boukhit erlag am 27.09.1994 seinen Verletzungen, die er bei den rassistischen Himmelfahrtskrawallen erlitten hatte. In Olvenstedt wurde Frank Böttcher von einer Gruppe Neonazis am 08.02.1997 erstochen. Rick Langenstein wurde am 16.08.2008 totgetreten. Das sind die uns bekannten Todesopfer rassistisch und faschistisch motivierter Angriffe in Magdeburg. Es gibt in Sachen-Anhalt jedoch weit mehr Tote, deren Aufzählung hier den Rahmen leider deutlich sprengen würde. Sei es Alberto Adriano, der am 11.06.2000 in Dessau tödlich verletzt wurde oder Matthias Lüders, der bei einem Überfall auf eine Disco ums Leben kam. Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Menschen, die Opfer faschistischer Gewalt wurden, über deren Ausmaß und Anzahl bewusst geschwiegen wird. Der Staat und die Medien versuchten schon ab Anfang der ´90er Jahre die aufflammende neonazistische Bedrohung klein zu reden. Sei es dadurch, dass behauptet wird, dass es „normale“ Streitigkeiten zwischen Jugendlichen waren oder das angebliche Fehlverhalten der Opfer Ursache der Gewaltorgien gewesen sein soll. Aber die Gründe dafür liegen in der Natur des Faschismus. Die Täter fühlten sich noch gestärkt durch das gesellschaftliche Klima, welches zu der Zeit stark nach rechts gerückt ist, z.B. durch die menschenverachtende Anti-Asyl-Kampagne der CDU ab Mitte der ´80er Jahre. Diese fand 1992 in den Brandanschlägen in Lichtenhagen ihren Höhepunkt und in der faktischen Abschaffung des bis dahin bestehenden Asylrechts. Diese Entwicklung wurde durch  den gesamtgesellschaftlichen Nationalismuswahn der Nachwendezeit nur  noch weiter verstärkt. Dem entgegen standen linke, jugendliche und migrantisch geprägte Communities, die sich selbst und andere solidarisch schützten. Lediglich durch militante Debattenführung, Aufklärung und theoretische Auseinandersetzung konnte die faschistische Gefahr halbwegs eingedämmt werden. Ist heute, mehr als 20 Jahre danach, etwas anders? 2015 wurden die Grenzen durch die deutsche Bundesregierung kurzeitig geöffnet, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Das nutzten rassistische Gruppen, um wieder Stimmung gegen angeblich Fremde und den sogenannten linksgrün-versifften Mainstream zu machen. Dies wurde noch durch die Verwaltungskrise des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) befeuert. Aber anstatt das bürokratische Ungeheuer zu bändigen und Menschen auf der Flucht hier ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, werden das Asylrecht noch weiter verschärft, die Fluchtrouten geschlossen und Deals mit Autokraten ausgehandelt. Die hierdurch entstandene Debatte war geprägt von fremdenfeindlichen Vorurteilen und sozialen Ängsten. Die faschistoide, Anti-EU-Partei AfD nutzte und produzierte weitere Ängste der BürgerInnen und katapultierte sich mit ihrem klar rassistisch-völkischen wie antifeministischen Wahlprogramm in den Bundestag. Ihre Rhetorik verschärfte sich immer weiter und  offenbarte ihr faschistisches Gesicht. Wieder fühlt sich ein rassistischer Mob dazu berufen, seinem Hass freien Lauf zu lassen. In Magdeburg bildete sich eine selbst ernannte Bürgerwehr und jagte Menschen, die ihrer Meinung nach nicht in das  Stadtbild passen. Die People-of-Color-Communities sind ständigen Anfeindungen und der Gefahr körperlicher Angriffe ausgesetzt. So werden sogar Hunde auf Menschen gehetzt. Auch in der sachsen-anhaltinischen Provinz sieht es leider nicht anders aus, beispielsweise in Schönebeck, wo riesige Hakenkreuze an die Wände geschmiert wurden, außerdem gab es dutzende Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, wie z.B. in Oschersleben.

Der aktuelle Höhepunkt des Naziterrors  zeigte sich in der Kleinstadt Salzwedel, wo dieses Jahr ein Faschist in eine spontane antifaschistische Demonstration fuhr. Dazu gab es einen organsierten Überfall und Einbruch in das AZ Kim-Hubert, bei dem nur durch Zufall niemand schwer verletzt wurde. Anders als In Plauen(Sachsen), wo zwei Punks nicht solches Glück hatten und bei einem Anschlag auf ein Wohnhaus umkammem, welches mehrheitlich von Roma und Sinti bewohnt war.

Die Konsequenzen des Volkswahns sind uns allen nur zu gut bekannt. Die Frage lautet wohl eher, wann es die nächsten Toten in Sachsen Anhalt gibt. Unsere Verantwortung ist es, eine antifaschistische Jugendbewegung zu entwickeln, welche eine konsequente Antwort auf die zunehmende Faschisierung der Gesellschaft darstellt. Diese Demo soll der Eckpfeiler für eine klare Positionierung jugendlicher Gruppen in der Stadt  wie auf dem Land sein. Wir stehen solidarisch ein für Freiheit und Emanzipation.

Fremdenhass, Ausgrenzung und Autorität? Ohne uns! Am 29.09.2018 werden wir unsere Wut und Trauer auf die Straßen tragen. Das soll ein kämpferisches Signal an alle Faschisten des Umlands sein. Wir werden euch hier nicht kampflos das Feld überlassen und uns euch jederzeit entschlossen entgegenstellen! Für alle anderen ist es ein Aufruf zur kollektiven Organisierung. Nazis gibt's in jeder Stadt, bildet (Jugend-)Banden macht sie platt!

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Faschistischer Angriff am frühen morgen des 04.08.2018 auf das „Libertäre Zentrum Magdeburg“ (L!Z)

Kurz vor 05.00 Uhr morgens, am Samstag dem 04.08.2018, begannen mehrere Faschist*innen vor dem „Libertären Zentrum Magdeburg“ (L!Z) zu randalieren und worfen ein Umsonstladen-Regal und eine Metallfigur, welche vor dem Haus standen um. Im Anschluss zogen sie zu Fuß und mit Autos kurz zur Haltestelle „Mariannenstraße“ um dann zuerst mehrmals vor dem Haus Auf- und abzufahren. Dann stiegen sie aus und begannen mehrere Steine und Flaschen, welche sie zuvor scheinbar konsumiert haben (Bierflaschen, eine Vodka Flasche und eine Pfeffiflasche) gegen das Haus und in Fenster zu werfen. Dabei wurde ua. eine schlafende Person nur knapp von einem mehreren Kilogramm schweren Stein verfehlt.  Durch den Steinbewurf wurden ingesamt zwei Fenster zerstört. Die Faschist*innen wirkten stark alkoholisiert und mit anderen Substanzen vollgepumpt. Sie trugen alle auffällige Kleidung z.B.  eine hell rotes Yakuza-Shirt, ein blaues FCM-Schirt („Magdeburg is ufjestiegen“) oder traten teilweise Oberkörperfrei auf. Die Fahrerin eines Wagens trug auffällige rote Haare und wurde durch die anderen laut mit dem Namen „Juli“ oder „Julia“ gerufen. Nachbar*innen, welche das Geschehen beobachteten und die Angreifer*innen aus ihren Wohnungen heraus filmten und Ansprachen wurden durch diese Beleidigt. Unsere Nachbar*innen berichteten uns danach, dass die Faschist*innen versucht haben sich zu vermummen damit, aber überfordert waren. Die Kennzeichen beider Autos konnten notiert werden und sind uns nun bekannt, ausserdem gelang es die Täter*innen und Fahrzeuge zu fotografieren. Beide Fahrzeuge hatten magdeburger Kennzeichen. Insgesamt handelte es sich um 9 Faschist*innen die am Angriff beteiligt waren. Der Angriff dauerte ca. 15-20 min. Nach ca. 30 minuten trafen die ersten, von Nachbar_innen alamierten Polizist*innen ein, und nahmen Anzeigen und von aussen erkennbare Schäden auf. Die Schäden am Haus belaufen sich auf zwei eingeworfene Fenster und leichten Beschädigungen am Umsonstladen-Regal und der Metallskultur. Dennoch sehen wir den Angriff als versuchten Mordanschlag da die Täter*innen bewusst Steine in Fenster geworfen haben, die aufgrund der momentanen Hitzewelle von Bewohner*innen geöffnet wurden um eine kühle Nacht zu bekommen. Ein Angriff in dieser Intensität hat das L!Z lange Zeit  nicht erlebt, dennoch kommt es wöchentlich zu vereinzelten Flaschenwürfen in der Nacht, so wie dem Rufen faschistischer Parolen aus vorbeifahrenden Autos herraus. Leider reiht sich auch dieser Angriff in eine Reihe von Angriffen durch Faschist_innen in Magdeburg und dem gesamten Gebiet Sachsen-Anhalts, in den letzten Monaten, ein. Dieser und andere Angriffe werden natürlich nicht unbeantwortet bleiben und werden Konsequenzen für die Täter_innen haben, der provinzielle Charakter Magdeburgs und ein solider, antifaschistischer Selbstschutz haben es schon oft ermöglicht Nazis ausfindig zu machen und sie handlungsunfähig zu machen.

By any means necessary

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  • Infoladen Salbke
  • Libertäres Zentrum

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  • Antifaschismus

Unheimlich sicher - Gegen die Innenministerkonferenz in Magdeburg

Am 28. November findet in Magdeburg die alljährliche Innenministerkonferenz statt.

Die IMK ist seit 1954 ein Zusammenschluss der Innenministerien der Bundesländer. Sie teilt sich in sechs Arbeitskreise, die nahezu alle bundesinneren Themen umfassen. In dieser Form tagt sie zweimal jährlich.

Orte: 

  • Magdeburg

Themen: 

  • Antifaschismus
  • Antikapitalismus & Klassenkampf
  • Antimilitarismus
  • Antirassismus
  • Antisexismus & Gender & Queer
  • Freiräume & Wohnungsnot
  • Repression

Solidarität mit Tim

Fast schon ein ganzes Jahr ist es her, dass unser Genosse, Freund und Wegbegleiter Tim inhaftiert wurde. Er sitzt aktuell in der Jugendstrafanstalt Raßnitz eine mehrjährige Haftstrafe ab. Er engagierte sich in der Vergangenheit bei antifaschistischen und antirassistischen Aktionen in Magdeburg. Er supportete zum Beispiel die kurdische Community in Magdeburg sowie das antimilitaristische War-Starts-Here-Camp.

Orte: 

  • Magdeburg
  • Infoladen Salbke
  • Infoladen Stadtfeld
  • Libertäres Zentrum

Themen: 

  • Antifaschismus
  • Antikapitalismus & Klassenkampf
  • Antirassismus
  • Repression

Soli-Plakate für den Infoladen Stadtfeld

Soli-Plakate für den Infoladen Stadtfeld

Ab sofort findet ihr im Infoladen Stadtfeld, im Infoladen Salbke sowie im Thiembuktu die neu gedruckten Plakate. Der Spendenerlös kommt dem Infoladen-Kollektiv Stadtfeld zu Gute. Also spendet fleißig und behängt eure Zimmerwände mit Plakatmotiven mit lokalem Bezug!

#infoladenbleibt

Orte: 

  • Magdeburg
  • Infoladen Salbke
  • Infoladen Stadtfeld
  • Thiembuktu

Themen: 

  • Antifaschismus
  • Antikapitalismus & Klassenkampf
  • Antispeziesismus
  • Freiräume & Wohnungsnot
  • Repression

Outing - Identitäre Bewegung Magdeburg (und mehr)

Unter https://werpieptdennda.noblogs.org entsteht eine Übersicht über die Faschoszene in Magdeburg und Umgebung. Wir starten mit der Identitären Bewegung Magdeburg. Nach und nach wird die Seite weiter vervollständigt.

Infos könnt ihr uns unter werpieptdennda ät riseup punkt net zukommen lassen. Den PGP-Schlüssel dazu findet ihr auf der Seite.

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  • Antifaschismus

Stellungnahme zum türkischen Angriff auf Rojava

Am vergangenen Wochenende startete der lang befürchtete Angriff der Türkei gegen Rojava. Nachdem es schon seit einem Jahr immer wieder zu Gefechten an der Grenze gekommen war, intensivierte die Türkei am Wochenende den Beschuss und marschierte mit Bodenkräften in das kurdische Autonomiegebiet in Nordsyrien ein. Damit hat die Auseinandersetzung, deren Ziel die „Vernichtung“ der kurdischen Kräfte an der Grenze der Türkei ist, eine neue Eskalationsstufe erreicht. Für Erdogan, aber auch die anderen involvierten imperialistischen Mächte, stellte Rojava nicht nur ein eigenständiges, befreites Gebiet der lange unterdrückten Kurden dar, sondern darin manifestiert sich zugleich ein alternatives, solidarisches Gesellschaftsmodell, das den Menschen der Region und in aller Welt praktisch zeigt, dass der Kapitalismus nicht das Ende der Geschichte darstellt.

Faschistische Herrschaft
Erdogan bedient sich beim Übergriff, wie auch schon früher, faschistischer Herrschafts- und Terrormethoden. Innerhalb des Landes (auch schon vor Erdogan) waren schon immer faschistische Milizen und Terrorgruppen für Attacken, Ausschreitungen und Morde auf kurdische Parteien, Politiker*innen und Organisationen zuständig. Ganz zu schweigen vom geheimdienstlichen „Tiefen Staat“, der auch im Ausland agierende Kurd*innen ermordet. Nach Außen hat Erdogan schon seit Beginn des Konfliktes in Syrien islamistische Faschisten trainiert und mit Waffen versorgt. Nicht zu vergessen ist dabei auch die turkmenische Minderheit im Land. Nun gibt die ehemals vom Westen hofierte „Freie Syrische Armee“ (FSA) den Bluthund Erdogans. Hier zeigt sich deutlich der Charakter des bürgerlichen Staates. Während man sich in ruhigen Zeiten im Rahmen des „demokratischen Systems“ bewegt – und zum Musterknabe der EU aufsteigt – spielt man im Zeichen von Krise, Hegemonieverlust und Eskalation die faschistische Karte. Die soziale Frage und der Aufschwung der kurdischen Bewegung und Parteien, die zugleich multiethnisch und links sind, ließen der herrschenden Klasse keine Wahl, als das Land autoritär in Richtung eines faschistischen Polizei- und Terrorregime umzubauen, der nun in sein Nachbarland einmarschiert und offiziell die Kräfte der Selbstverwaltung vernichten will.

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Redebeitrag von Zusammen Kämpfen bei der “Infoladen bleibt!”- Kundgebung bei Stach- Immobilien:

Wir von Zusammen Kämpfen haben einen  Redebeitrag auf der “Infoladen bleibt!”- Kundgebung bei Stach- Immobilien gehalten den wir hier auch dokumentieren wollen:

Seit gegrüßt, liebe Teilnehmerinnen der Kundgebung und liebe StadtfelderInnen,
Wir, NutzerInnen und BetreiberInnen des Infoladens/ Sozialen Zentrum in der Puschkinstraße und BewohnerInnen von Stadtfeld sind heute hier um ein Zeichen zu setzen gegen Mietwucher und Verdrängung. Wieso wir gerade vor Stach Immobilien stehen wollen wir kurz erläutern am Beispiel des Infoladens.
Ende 2015 wurde der Infoladen vom damaligen Vermieter gekündigt ohne eine Begründung zu nennen. Kurz danach wurde uns mitgeteilt das das Objekt in der Pusckinstr. 20, in dem das soziale Zentrum beheimatet ist, verkauft wurde. Mit den neuen Eigentümer der S IMMO AG wurde ein 2 Jahres Vertrag ausgehandelt der am 31.3.2018 endet.
Aber wer ist S Immo AG und welche Interessen hat so eine Aktiengesellschaft an Häuser in Magdeburg?
Am 19. Oktober 1987 startete das erste börsennotierte Immobilien-Wertpapier Österreichs an der Wiener Börse. Anfangs lief das Papier unter den Namen Die Erste Immobilien Aktie. Durch die Fusion mit der Sparkassen Immobilien Anlagen AG entstand der heutige Name S Immo AG.
2015 besaß diese Aktiengesellschaft etwa  2 Milliarden Euro an  Immobilienvermögen. Ihren Jahresüberschuss 2016 konnten sie auf 204,3 Millionen erhöhen. Das diese Steigerung nur durch Spekulationsgeschäfte erreicht werden konnte zeigt sich dadurch das die Einnahmen durch Mieterlöse 118,2 Millionen Euro betragen. Im selben Jahr verkauft aber S Immo rund 1.500 Wohnnungen in Berlin und Hamburg (flächenmäßig etwa rund ein Drittel des deutschen Wohnportfolios). Durch diesen Verkauf waren es laut Vorstandsvorsitzende Ernst Vejdovszky das beste Jahr der Unternehmensgeschichte.
Das deutsche Tochterunternehmen S IMMO Germany, welche die Geschäfte in Deutschland leitet, ist trotz der Verkäufe weiter auf Expansionskurs. Ihr Ziel ist aber nicht die Ballungsräume sondern laut Geschäftsführer der S IMMO Germany Daniel Kaboth „mittelgroße deutsche Städte, wo noch schöne Renditen zu erzielen wären“. Ihr Fokus liegt dabei auf Städten mit Universiäten. Denn gerade dort können sie sich 1-3 Raum Wohnungen aneignen und billig aufwerten.
Wie z.b. Leipzig und Magdeburg. Dort werden im „Szene Kiez“ billige Häuser gekauft und ohne großen Aufwand schlecht saniert. Die ersten Leidtragenden dieser Mechanismen sind Menschen ohne reguläre Arbeit. Aber auch die Leute die eine Arbeit haben müssen immer mehr für ihren Wohnraum zahlen bis sie es nicht mehr schaffen. Die dadurch einsetzende Verdrängung in die Randbezirke erhöht nur weiter den Druck auf uns alle.
Die Handlanger von S Immo in Magdeburg sind Stach Immobilien. Stach stellt ein Subunternehmen dar, welches hier regional ihre Verwaltungs- und Hausmeisterdienste anbietet. Da sie Teil der Verdrängungsprozesse in unserem Stadtteil sind protestieren wir heute vor ihren Geschäftsräumen. Wir möchten uns gegen die Verdrängung wehren und Widerstand leisten gegen die Geschäfte, welche aus unseren Wohnungen gemacht werden. Wohnungen sind zum Leben da und nicht um Geschäfte zu machen. Im Kapitalismus wird alles zur Ware gemacht, auch unseren vier Wände.
Das wollen wir nicht schweigend hinnehmen. Darum sind wir heute hier. Wir werden uns weiter vernetzen um für den Erhalt des Infoladen auf allen Ebenen zu kämpfen. Wir verpissen uns ganz sicher nicht, verpisst ihr euch doch. In diesem Sinne:
Infoladen bleibt! Gegen Mietwucher und soziale Verdrängung! Für einen proletarischen und lebendigen Kiez!

Spontandemonstration gegen Mord an Oury Jalloh

Am heutigen Donnerstag fand in Magdeburg eine spontane Demonstration unter dem Motto „Wahrheit erkämpfen - Oury Jalloh, das war Mord“ statt. Auf diese Weise sollte erneut auf den rassistischen Mord von Polizisten an Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle im Jahr 2005 aufmerksam gemacht werden.

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