Veranstaltungsreihe: Wenn die Gesellschaft versagt. In Erinnerung an die Ermordeten und Hinterbliebenen des NSU

Termin am: 

Sonntag, 5. November 2017 - 18:30 bis Sonntag, 10. Dezember 2017 - 18:00

Ereignis: 

  • Ausstellung
  • Filmvorführung
  • Infoveranstaltung
  • Performance
  • Vortrag & Diskussion

 

Über den Zeitraum November/Dezember 2017 werden in ganz Magdeburg folgende Veranstaltungen stattfinden - von Ausstellungen über Filmvorführungen bis hin zu Theater und Podiumsdiskussionen:

 

  • 05.11.2017,18:30 Uhr // "NSU Monologe" (Bühne für Menschenrechte)

    • Hörsaal in der Brandenburgerstraße 9, Magdeburg
  • 15.11.2017, 19:00 Uhr // "4 Jahre NSU Prozess - ein Überblick" (NSU Watch)
    • Seminarraum der Universitätsbibliothek, Universitätsplatz 2, Magdeburg
  • 28.11.17,19:00 Uhr // 6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU
    • Moritzhof, Magdeburg
  • 01.12. bis 10.12.17 // Ausstellung SEQUENZEN-ERINNERUNG-WECHSEL / Den NSU-Komplex kontextualisieren
    • Eine Welt Haus // Schellingstraße 3, Magdeburg
  • 04.12.2017,18:00 Uhr // Infoveranstaltung mit Mehmet Daimagüler - NSU Opfer Anwalt
    • Eine Welt Haus, Schellingstraße 3, Magdeburg
  • 09.12.2017, 19:00 Uhr // A - wie Aufklärung (nö theater)
    • Ort wird noch bekannt gegeben


"Es klang wie das Ende einer Geschichte, als am 4. November 2011 zwei Männer im thüringischen Eisenach tot in einem brennenden Wohnmobil aufgefunden wurden. Doch was die Ermittlungen der Sicherheitsbehörden und die Recherchen von Journalist*innen innerhalb weniger Tage zum Vorschein brachten, machte schnell deutlich: Der Tod von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos wird in die Geschichtsbücher eingehen, denn, so weiß man heute, er markiert einen traurigen Höhepunkt neonazistischen Terrors in Deutschland und das Versagen der Sicherheitsorgane." (Aus: Antifaschistisches Infoblatt #93 (Winter 2011))

Während der NSU mordend durch das Land zog, mussten sich die Opfer und deren Angehörige immer wieder gegen eine mediale Diffamierungs- und Kriminalisierungskampagne wehren. Der Wille zur systematischen Aufklärung seitens der Ermittlungsbehörden war in dieser Zeit gering. Statt nach rassistischen Tatmotiven zu fragen, fertigte man die Mordserie mit dem Begriff "Dönermorde" ab und ermittelte gegen die Angehörigen der Ermordeten selbst. Es hätten vielleicht weitere Tote verhindert werden können, wenn die Ermittlungsbehörden den Hinterbliebenen zugehört hätten. Der Vater des ermordeten Halit Yozgat äußerte bereits kurz nach der Tat am 06.04.2006, dass der Mord rassistisch motiviert war. Doch die Opfer und deren Familien wurden nicht angehört.
Auch seit dem Auffliegen des NSU-Netzwerkes fehlt eine adäquate juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung. So liegt der Fokus vor allem auf drei Täter*innen des NSU, obwohl längst deutlich geworden ist, dass zahlreiche neonazistische Netzwerke sowie Mitarbeiter*innen des Verfassungsschutzes bei den Aktivitäten der rechten Terrorzelle involviert waren.
Es werden unzählige Reportagen und Artikel über die Gruppe produziert – ein Interesse an den Opfern ist jedoch nach wie vor nicht erkennbar. Im Angesicht eines zähen Gerichtsprozesses und einer schwindenden Aufmerksamkeit für das Thema ist es notwendiger denn je, an die Ermordeten und Hinterbliebenen des NSU zu erinnern.

Im November 2017 finden bundesweit Aktionen und Kampagnen zum NSU und den Opfern dieser rassistischen Mordserie statt. Auch in Magdeburg werden zahlreiche Veranstaltungen von unterschiedlichen Akteur*innen im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Wenn die Gesellschaft versagt. In Erinnerung an die Ermordeten und Hinterbliebenen des NSU" organisiert. Indem wir den Opfern gedenken und ihnen und ihren Angehörigen nachträglich Gehör verschaffen, wollen wir ein unabhängiges Bewusstsein für die Taten und die dahinterliegenden Strukturen fördern.

Veranstalter*innen:
Arbeitskreis Antirassismus Magdeburg (AK Antira); Resonanzboden -.lkj) Sachsen-Anhalt e.V; Artist e.V.; Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.; Bündnis Studierende gegen Rechts; Stura OVGU

 

Orte: