Demo gegen Angriffe der Türkei auf die kurdische Opposition

Am vergangenen Samstag, dem 05. November 2016 gingen in Magdeburg rund 300 Menschen auf die Straße, um gegen die Angriffe des türkischen Präsidenten auf die kurdische Opposition zu protestieren und Freiheit für alle politischen Gefangenen zu fordern. Aktueller Anlass für die kurzfristig organisierte Demo war die Verhaftungswelle gegen Politiker*innen der kurdischen Oppositionspartei HDP in der Türkei.

Gegen 18 Uhr versammelten sich die ersten Menschen, die dem Aufruf der Kurdischen Jugend Magdeburg gefolgt waren, vor dem Opernhaus. Nach und nach kamen immer mehr Personen verschiedener Altersgruppen und Geschlechter zusammen. Der Druck, dem kurdische Aktivist*innen durch den deutschen Staat ausgesetzt sind, zeigte sich auch an diesem Abend. Schnell war die Polizei zur Stelle und bemängelte verschiedene, angeblich verbotene Symbole der kurdischen Bewegung. Zwei KriPo-Beamte achteten peinlichst genau darauf, dass keine Flaggen mit dem „falschen“ Symbol zu sehen waren und diskutierten über die Rechtmäßigkeit einer Öcalan-Flagge. Bei einer Demonstration der kurdischen Jugend im April war die Polizei schon ähnlich unverhältnismäßig gegen Teilnehmer*innen vorgegangen und hatte sogar Personen festgenommen und ein Transparent beschlagnahmt.

Nach einer Weile startete die Menge, ausgestattet mit Flaggen der PYD, YPG und YPJ sowie der Widerstandseinheiten Shingal und der kurdischen Oppositionspartei HDP in der Türkei, auf den Breiten Weg in Richtung Alter Markt. Mit Sprechchören wie „Terrorist Erdogan“ brachten die Teilnehmenden ihre Ablehnung gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan zum Ausdruck, der nicht nur die Kurden in der Türkei bekämpft, sondern mit dem türkischen Militär auch die kurdischen Volksverteidigungs- und Frauenverteidigungseinheiten in Westkurdistan angreift. Die Solidarität mit letzteren wurde durch Rufe wie „Bijî berxwedana YPG“ deutlich gemacht.
In Redebeiträgen wurde die Repressionswelle gegen die kurdische Bewegung in der Türkei seit dem misslungenen Putsch thematisiert und auf die Angriffe des türkischen Staates auf Kurden in der Südtürkei aufmerksam gemacht. Basisdemokratische Perspektiven in Nordkurdistan müssen unterstützt und das Verbot der PKK, auch in Deutschland, muss aufgehoben werden. Außerdem wurde die Mitschuld Deutschlands an der Situation in der Türkei dargelegt.
Die Demonstration zog dann mit - für manche Linke etwas gewöhnungsbedürftig - Fackeln zum Hasselbachplatz, wo die Versammlung endete.

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